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Die FUNime zu Gast bei NSW-AnImE |
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Am 25. Januar 2009 war die FUNime zu Gast beim Internet-Radio NSW-AnImE, wo jeden Sonntag ab 15.00 Uhr live über Manga, Anime und Japan berichtet wird.Wir haben für euch hinter die mittlerweile neuen Studio-Kulissen des Senders geschaut (siehe Info-Kasten) und durften direkt live in der Sendung über uns und unsere Arbeit berichten. Anschließend standen uns die Chef-Moderatorin Jennifer „Tsubomi“ Leitz und Produzent Andy „Andy-san“ Müller für ein Interview Rede und Antwort. FUNime: NSW-AnImE, wir haben gehört, dass am 4. Januar 2008 die erste Sendung im Internet lief, mit gerade mal 10 Zuhörern. Wie fing alles genau an? Andy: Wenn es da überhaupt schon 10 Hörer waren. Jennifer: Also meine Schwester und ich meinten damals zu Andy, wie es wäre, wenn wir Web-Radio machen würden oder Andy hat uns das sogar vorgeschlagen. Wir haben erstmal gedacht: „Wirklich, das geht von deinem PC aus?“ Wir hatten keine Ahnung, was man dafür an Technik benötigt. Andy meinte irgendwann nur „Ich muss heute Abend noch weg, ihr könnt aber gern hier bleiben und Radio machen.“ Da haben meine Schwester und ich uns hingesetzt und unsere Lieblingslieder, die wir kannten, von CDs wie Animenation oder Ani-Mission gespielt, haben anmoderiert, die Zuhörer motiviert und dabei mit ihnen gechattet. Über den Sender haben wir den anderen berichtet, was wir gerade im Studio Lustiges geredet hatten. Damals hieß es auch noch nicht NSW-AnImE. Wir haben unser „Programm“ einfach anmoderiert mit „Hier ist Euer Animeradio mit Tsubomi und Cherry!“ Andy: Also einfach „Hier ist das Webradio der NotenScheune Weddendorf.“ FUNime: NSW-Anime, ein Internetradio, das jeden Sonntag „On Air“ geht. Wie lange braucht es, eine einzelne Sendung vorzubereiten? Jennifer: Die Vorbereitungen laufen bereits die ganze Woche davor. Ich schau mich im Internet um, auch wenn ich in meiner Freizeit ein bisschen surfe, dann sehe ich schon, da ist ein neuer Anime herausgekommen oder dort gibt es neue Lieder – man hat ja seine Internetseiten, seine Bezugsquellen wo man sich auch News durchlesen kann. Und dann werden diese Lieder von uns besorgt, so dass wir sie in der Sendung spielen und in der Rubrik „Neu bei NSW-AnImE“ vorstellen können. Manchmal ist es auch so, dass ich eine kleine Chartsendung vorbereite, wobei wir bis jetzt noch keine Hörerbefragungen durchgeführt haben, sodass es bisher noch sehr subjektive Charts von mir sind, es trifft aber meistens schon den Musikgeschmack der Hörer. Eine richtige Anime-Chart-Sendung ist in Planung. All das muss eben vorbereitet werden. Da werden dann Informationen herausgesucht zu den Bands die da singen, der japanische Titel wird auf deutsch übersetzt... Das alles wird in einem Text-Dokument stichwortartig festgehalten, damit ich dann den groben Überblick über meine etwa zweistündige Sendung habe. FUNime: Was braucht man für ein Webradio alles an Technik? Man sieht hier unter anderem mehrere Rechner, eine Sprecherkabine – zumindest ist sie im Aufbau. Ist das alles wirklich nötig? Oder macht ihr das so, weil ihr qualitätsverrückt seid? Andy: Nein, das nicht. Mein Job ist ja nicht nur, Webradio zu machen, sondern ich befasse mich ja mit Musik allgemein. Die NotenScheune Weddendorf steht unter anderem hauptsächlich für Sounddesign und Musikproduktion. Ich habe auch schon für Theater und Kino gearbeitet. Für einen großen deutschen Automobilhersteller haben wir schon Dokumentarfilme und andere Sachen gemacht, wo ich dann Geräusche oder den Filmton produziert oder Sprachaufnahmen gemacht habe. Dafür braucht man dann einfach eine Sprecherkabine, um eben Qualität produzieren zu können. So etwas ist für ein Webradio allerdings überhaupt nicht nötig. Alles was man dafür braucht, ist im Prinzip ein einigermaßen schneller PC und, was noch viel wichtiger ist, eine einigermaßen schnelle Internetanbindung, also DSL. Dazu ein Mikrofon oder Headset, was nicht gerade für 2,95 Euro bei irgendeinem Discounter vom Grabbeltisch stammt, sondern qualitativ hochwertiger, damit da sprachlich auch gut was herüberkommt. Und dann kann man im Prinzip loslegen. Gut funktionierende „Radio-Programme“, mit denen man bereits viel machen kann, gibt es als Free- oder Shareware. FUNime: Arbeitet ihr mit einem teuer gekauftem Programm? Andy: Ja, einfach deswegen, weil die Free- oder Shareware-Anwendungen entweder Linux voraussetzen oder dann doch (z.B. in ihrer Größe der Liederdatenbank) eingeschränkt sind. Das Programm, mit dem wir arbeiten, war das, was mir in der Demo am besten gefallen hat, daher haben wir es uns einfach mal gekauft. Man benötigt keinerlei externe Gerätschaften mehr – alles ist von Anfang an digital, eben so, wie es die Hörer bei sich zu Hause hören. Da schließt man von vornherein Fehlerquellen aus und holt sich nicht womöglich ein Brummen oder Rauschen auf die Leitung. Soweit bin ich dann vielleicht tatsächlich qualitätsverrückt. Als die Technik soweit stand, fehlte uns nur ein Streamserver, den man normalerweise teuer kaufen muss – aber wir wollten ja erstmal nur probieren. Also habe ich aus einem alten Rechner erstmal selber „was geschraubt“ und über meinen Internetanschluss hier zu Hause etwas realisiert, was keine 4 Monate später NSW-AnImE mit ständig wachsender Hörerzahl wurde – solange, bis die Leitungen nicht mehr ausreichten. FUNime: Da fragen wir uns, denn es wird ja häufig von bösen Raubmordkopierern gesprochen, dürft ihr das überhaupt? Andy: Ähm, in unserer allerersten mächtig illegalen Piraten-Sendung durften wir das noch nicht. Aber weil es uns so einen Spaß gemacht hat, haben wir probiert, ob das alles funktioniert. Und es hat riesig Spaß gemacht. Somit haben wir entschieden – wir machen das! Letztendlich kann das auch jeder machen. Auf der Internetseite der GEMA besorgt man sich eine Webradio-Lizenz, die auch nicht allzu teuer ist. Und bei der GVL, der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten, muss man sich natürlich auch anmelden, damit die Künstler, die man entsprechend spielt, auch einen Obolus dafür bekommen, dass man sie spielt. Das ist allerdings teurer. Da geht es darum, wie viele Lieder man wann wie und von wem spielt, wie hoch der Moderationsanteil und der reine Musikanteil ist. FUNime: Also um einiges aufwändiger? Andy: Ja, man muss richtig Buch führen. Es gibt einen Mindestsatz von ca. 500 Euro im Jahr, die muss man erstmal bezahlen. Bei uns ist es noch ein bisschen mehr, weil wir mittlerweile die 24/7-Playlist haben. Die gab es am Anfang noch gar nicht. Da hatten wir nicht mal einen festen Termin, sondern haben einfach drauflos gesendet. Erst lief parallel noch NSW-RaDiO, das ganz normale Party-Radio. Es hat sich aber nach und nach herauskristallisiert, dass dieser Anime-Sektor deutlich mehr Zulauf hat. Es gibt in Deutschland nicht so viele Webradios für Anime und japanische Musik. NSW-RaDiO musste also „weichen“ – ich benutze diesen Namen aber weiterhin, wenn ich als DJ losziehe. FUNime: Andy, du hast gerade die Kosten angesprochen, die Gebühren, die entstehen. Wie finanziert ihr euch? Jennifer: Also im Moment ist es noch mein Taschengeld... Andy: ...und MEIN Taschengeld... Jennifer: (lacht) Ja, und Andys Taschengeld. Wir haben natürlich noch mehr Moderatoren, die nach und nach dazukommen, die natürlich auch von Anfang an für ihr und unser gemeinsames Hobbyprojekt was mitbezahlen. Ich denke, so etwas ist ganz selbstverständlich. Wir sind natürlich auf der Suche nach Sponsoren. Wir möchten, dass z.B. die Gebühren für die GVL von jemanden getragen werden, damit wir das Radio auch weiterhin kostenlos anbieten können und auch, damit wir weiterhin so schöne Preise bei den Gewinnspielen verlosen können. Momentan bezahlen wir das alles noch von unserem eigenen Geld. FUNime: Auf eurer Internetseite haben wir auch eine Spendenbox entdeckt... Man kann also auch spenden? Andy: Richtig. Spenden sind immer willkommen. Also ich will nicht sagen, dass wir dadurch Millionäre geworden sind – leider gerade gar nicht – aber es ist doch schon so, dass man mal nach einer besonders guten Sendung oder so eine E-Mail bekommt, wo z.B. drinsteht „der und der oder die und die hat Euch 5 Euro gespendet“. Das freut uns! Die Spenden aufs ganze Jahr hochgerechnet im Monat ergeben vielleicht 6 bis 7 Euro, die da zusammenkommen. Nicht die Welt, leider, aber es ist ein Anfang. Dadurch, dass wir auch Werbung schalten, bekommen wir auch anderweitig noch ein wenig. Doch Millionäre, wie gesagt, werden wir leider nicht dadurch. Aufgrund des Geldfaktors binden wir unsere Mitarbeiter und Moderatoren, wie so gut wie jedes andere Webradio auch, etwas in die Kosten mit ein. Wenn man so ein Hobby hat, zahlen sie das auch gern – das war nie ein wirklicher Diskussionspunkt und ist freiwillig. Ich meine, wenn andere Leute rauchen, die kaufen sich am Tag eine Schachtel Zigaretten für 5 Euro – das wäre teurer. Daher zahlen unsere Moderatoren auch etwas von ihrem „Taschengeld“, wobei sogar das frei wählbar ist. Wenn einer sagt, ich kann jetzt nichts zahlen, dann kann er nicht. Aber wenn es möglich ist, dann kann er soviel geben, wie er meint geben zu können. Das sind im Schnitt 10 Euro im Monat – einer mehr, der andere weniger. FUNime: Du erwähnst gerade die Werbung. Auf eurer Webseite oder im Radio? Jennifer, bist du dann die Werbefee? Jennifer: Es gibt ein paar Jingles, die wir machen. Und das wird wahrscheinlich auch vermehrt auftreten, dadurch dass wir schon einige Sponsoren haben, beispielsweise für Sachpreis-Spenden Buchhandlungen wie Comics in Hannover oder das Comic-Kombinat in Magdeburg und Dessau. Für die werden dann gezielt Jingles produziert und dann öfter in die Sendung mit eingebunden. FUNime: Erwartet ihr für die Jingles auch feste Beträge? Andy: Wir haben da bisher noch keine Preisliste gemacht. Wir wollen das schon noch mal richtig aufziehen; im Moment läuft das mit der Werbung bei uns noch auf der Basis „Du was für mich – ich was für dich“. COMC Websolutions, die uns den Streamserver sponsern, präsentieren dann durch uns beispielsweise mal ein Event. Oder wenn irgendwelche besonderen Sachen anstehen, über die wir auch berichten, wird in diesem Zusammenhang ein Sponsor genannt. Wir übernehmen zum Beispiel in Absprache mit dem Animexx e.V. die Animexx-News komplett für ein kleines Hörspiel und packen das bei uns in unseren Podcast. Wer das dann gerne hören will, kann das direkt machen. Und in der Sendung kommt es eben auch vor mit „Die Ani-News auf NSW-AnImE werden euch präsentiert von www.animexx.de“. Wir leben von unseren Hörern und Verlinkungen auf Partnerseiten. Je mehr Hörer wir haben, desto besser. Witzigerweise hatte ich mittlerweile schon 4-5 Anfragen von Hentai-Seiten, die unseren Stream einbinden wollten, aber das möchte ich gar nicht unbedingt, weil die meisten unserer Hörer doch eher minderjährig sind. Und wenn wir dann ständig über die Partner-Links schreiben müssten „erst ab 18 Jahre“, ist das unpassend. Ich hab nichts gegen erotische Literatur, wenn sie gut gemacht ist, aber bei uns, wo wir einen Altersdurchschnitt von eben nicht ganz 18 Jahren haben, ist das ungünstig. FUNime: Wieviele Hörer habt ihr eigentlich? Ist das nachzählbar? Andy: Wir möchten gerne dieses Jahr die 500er-Grenze knacken, sollten wir eigentlich auch hinkriegen. Derzeit sind bei unserer Internetseite www.nsw-anime.de knapp 200 Mitglieder angemeldet. Und es kommt jeden Tag mindestens eine Mail: „Neues Mitglied in der NSW-AnImE-Family“. Es ist echt toll, wir freuen uns darüber. Wenn man überlegt, wie das angefangen hat... Und diese Website... irgendwann habe ich überlegt: „NSW bedeutet ja NotenScheune Weddendorf, eigentlich müssten wir das ganze NSW-RaDiO“ nennen – mit einer Anime-Sendung am Sonntag. Schnell ins Netz und „www.nsw-radio.de“ angemeldet. Und dann irgendwie – es war noch am gleichen Tag – „Hm, mal sehen ob die Domain www.nsw-anime.de auch noch frei ist“. Ja, war sie! Also blockierte ich sie erstmal. Schon bald war es aber so, dass NSW-AnImE eigentlich die erfolgreichere Seite wurde. Mein Server im Keller läuft Tag und Nacht. Das, worauf zugegriffen wird, ist NSW-AnImE, der ganze Rest ist eher unter „ferner liefen...“ zu verbuchen. FUNime: Du hast angesprochen, dass ihr also ca. 200 Hörer habt...
Andy: Nein, das sind erstmal „nur“ die angemeldeten Mitglieder, nicht Hörer. Auf den beiden bisherigen Eigenbau-Streamservern konnten wir etwas über 50 Leute zuhören lassen. Und jedes Mal war es so, dass die Leitung zusammengebrochen ist, weil wir deutlich mehr Anfragen hatten. Wir konnten diese nur nicht erfüllen, weil meine Leitung dies nicht hergab. Jetzt haben wir aber einen externen Streamserver, der in Köln steht und eine sehr schnelle Anbindung hat – da ist z.B. auch Google drauf. FUNime: Warum ist bei NSW-AnImE eigentlich das I und E groß geschrieben? Andy: Das hat sich während meiner Arbeit für das Videospiel Skate Attack für die Playstation 2, für das ich Sounddesign gemacht habe, ergeben. Da wurde in Mails ein ganzer Satz nur durch große Buchstaben getrennt. Da hab ich es auch mal so geschrieben – und dann hieß es eben AnImE. FUNime: Gibt es Themen, die in jeder Sendung regelmäßig drankommen wie z.B. die News? Jennifer: Die Sonntagssendung hat im Grunde immer dasselbe Thema: Anime. Da kommen unsere News vor, da werden neue Lieder vorgestellt, da wird auch mal ein Gewinnspiel gemacht. Daneben gibt es noch weitere Anime-Special-Sendungen. Die laufen unterschiedlich mal montags oder mittwochs am Abend. Wir hatten zum Beispiel schon ein Naruto-Special oder ein Full Metal Alchemist-Special, das heißt, dort kommen aus dem besagten Anime alle Intros und Endings, die es gibt. Und meistens, wenn es finanziell noch in den Rahmen passt, gibt es konkret zu dieser Serie einen kleinen Gewinn, der verlost wird. Aber ansonsten ist sonntags unsere Stammsendung NSW-AnImE mit News, neuen Liedern etc... Wenn am Wochenende nach der Sendung eine Convention ansteht, dann wird natürlich auch darüber berichtet, wo sie stattfindet, wie man an Karten kommt, wie man am Besten hinkommt. Wenn ich auf einer Convention dabei war, gibt es im Nachhinein einen kleinen Bericht oder auch Live-Interviews in der Sendung zu hören. Andy: Nach der Connichi 2008 hatten wir zum Beispiel ein Connichi-Special, wo ich Naisho, Shiroku oder Philip Fischer von mangaka.de für ein kleines Interview vor dem Mikrofon hatte. Da binden wir das ganze Team mit ein, da zu den Events meistens alle mitfahren, die dazugehören. Dann wird das Aufnahmegerät herumgereicht und Interviews werden aufgenommen. Davon wird dann das Beste hier im Studio zusammengeschnitten und das kommt mit in die Sendung. FUNime: Du erwähnst euer Team, wie viele Leute arbeiten an dem Projekt NSW-AnImE mit? Andy: Derzeit sind es 5 ½. Also 5 feste Moderatoren, das sind neben Jennifer und mir „Raggyman“ Pawel Franzkowiak aus Wolfsburg, unser Rocker. Er ist bei NSW-AnImE das Mädchen für alles, er hat schon einige Radioerfahrung und hat immer das gespielt, was sonst niemand spielt, aber die Leute fanden es gut. Er macht nun die J-Rock-Schiene bei NSW-AnImE und auch die News und alles, was mit unserem Podcast zu tun hat. Er hat seine eigene Comedy-Kategorie namens Raggy’s Welt, in der er aktuelle Nachrichten „durch den Kakao zieht“, dass z.B. auf Jamaika 100 Meter Strand gestohlen worden sind – er macht dann einen Bericht darüber, sehr quatschiges Zeug halt, was aber immer noch einen Bezug zur Realität hat. Jennifer: Dann gibt es „Rikku“ Lisa Stegen aus der Nähe von Bremerhaven. Sie moderiert die Sendung NSW-AnImE M&M (Musicals & Movies). Da gibt es alles, was mit Filmmusik und Musicals zusammenhängt, wie Soundtracks aus Anime-Filmen, z.B. aus Prinzessin Mononoke. Und wenn jetzt z.B. Indiana Jones, Shrek oder Fluch der Karibik herauskommen, dann gibt es eben auch mal daraus Musik. Oder wenn ein tolles Musical wie Wicked Premiere feiert, dann wird daraus was gespielt. FUNime: Das bedeutet, die Moderatoren reichen ihre Wunsch-Playlist hier ein und ihr spielt das dann ein? Andy: Das machen die sogar selber. Die Moderatoren haben zu Hause eine Sendestation wie die hier in unserem Studio in Weddendorf – wie ich vorhin sagte, du brauchst nicht mehr als einen PC mit Internetanschluss und Headset. FUNime: Die Moderatoren machen also auch den ganzen Papierkram selbst? Andy: Zur Hälfte. Sie reichen hinterher nur noch ein, was sie gespielt haben und wir reichen es dann weiter. FUNime: Aha. Wen gibt es noch bei euch? Jennifer: Lady Marmalade alias Elena Abraham aus Stadtoldendorf. Sie macht die Überwachung unserer Internetseite, stellt den Countdown ein oder trägt Sachen in den Event-Kalender ein. Sie ist also für administrative Dinge zuständig und unterstützt Raggy bei den News. Andy: Und die halbe Person ist Jae alias Franziska Werthmann aus Wolfsburg. Die lernen wir gerade an, sie ist unsere Praktikantin. Sie soll eine J-Pop-Sendung „weg von Anime“, einfach nur japanische Musik präsentieren, die nicht unbedingt Bezug zu Anime hat. Und wie gesagt: wenn da mal in einem Forum der Kommentar kommt „Ey, Ihr könnt doch keine Disney-Mucke auf nen Anime-Sender spielen“ sagen wir: „Ja doch, natürlich können wir das!“ NSW-AnImE, das ist wichtig fürs Überwort, heißt nun mal ANIME. Der Name leitet aber vielleicht ein bisschen fehl. Dann müssten wir auch den großen Sektor Games weglassen, aus dem ja auch ein riesiges Potenzial an Musik kommt – was wäre das dann noch ohne Final Fantasy oder Kingdom Hearts? Anderes Beispiel: Auch Shrek ist ein animierter Film, natürlich ist er nicht aus Japan, aber trotzdem ist er animiert und der Soundtrack ist verdammt gut. Und deswegen möchten wir auch mal sowas spielen dürfen. Dies passt wieder speziell in die Kategorie NSW-AnImE M & M – genau wie der Soundtrack aus dem Film Fluch der Karibik, der ja unter den Cosplay-Freunden auch viele Fans hat. J-Pop und J-Rock gehört genauso zu Japan und wir sind ein Radio für Leute, die gerne Ramen essen, die gerne japanische Musik hören, die sich gerne mal verkleiden, die auch gern Manga und Anime konsumieren – und dabei vielleicht gleichzeitig auch Mitglied in der Deutsch-Japanischen Gesellschaft sind, für die wir dieses Jahr im Mai auch auftreten dürfen. Das haben wir auch im letzten Jahr schon gemacht. Die „Manga- und Anime-Kultur“ soll in möglichst vielen Facetten in unseren Radiosender einfließen – rundherum wollen wir aber auch andere, mit dem Thema Animation irgendwie verwobene Themen beleuchten. Der „Blick über den Tellerrand“ bleibt bei NSW-AnImE nicht versperrt. FUNime: Jennifer, du bist ja als Tsubomi die Chef-Moderatorin, fließt da nicht sehr viel von dir als Künstlerin in die Sendung mit ein? Andy: Entschuldigung, da will ich gleich mal konkret einhaken. NSW-AnImE ist keine „Tsubomi-Plattform“. Das ist sehr wichtig. Sie ist die Moderatorin, sie ist Mitarbeiterin, Chef-Redakteurin. Natürlich spielen wir auch ihre neuen Lieder, klare Sache. Meistens ist es auch so, dass ihre Songs von den Hörern gewünscht werden. Wir haben ja diese tolle Wunschbox, in der die Hörer sich Titel wünschen können, und da werden dann natürlich auch ihre Songs genannt. FUNime: NSW-AnImE ist also keine Tsubomi-Vermarktungsplattform? Jennifer: Nein, auf keinen Fall. Das sollte es auch niemals sein und war nie unser Gedanke. Auf NSW-AnImE fließen als Info höchstens die Termine der Liveauftritte auf Conventions oder Events mit ein. Ansonsten ist der Radiosender eine komplett andere Schiene. FUNime: Wie kann man bei euch mitmachen? Andy: Ganz einfach, bewerben unter info@nsw-anime.de und dann geht’s los. Auf unserer Website haben wir eine kleine Rubrik „Mitmachen“, da steht auch extra drin, was wir gern von Bewerbern haben möchten. FUNime: Eine letzte Frage, wir wollen in die Zukunft schauen. Wo seht ihr NSW-AnImE in 5 Jahren? Was könnt ihr euch vorstellen? Was wünscht ihr euch? Andy: Börsennotierter Konzern, 537 Mitarbeiter... Nein, Quatsch. Was mich freuen würde, wenn wir es in den nächsten zwei Jahren schaffen, kostenmäßig eine „dicke Null unter den Strich zu kriegen“, dass wir das Projekt nicht mehr mit soviel Eigenanteil finanzieren müssen. Die Hörer sollen weiter kostenlos Spaß an NSW-AnImE haben, dabei bleiben, vielleicht auch für uns werben. NSW-AnImE soll also mehr und mehr ein „Selbstläufer“ werden, wie es derzeit schon ein bisschen läuft. Die Leute reden darüber „Du da ist was, die machen Anime, hör mal rein“. Es wird jetzt schon immer größer. Und wenn das so weiter wächst, wäre das schön. Ich weiß nicht, ob wir irgendwann einmal in die Region kommen, dass man damit Geld verdienen kann, um unseren Moderatoren mal 10 Euro im Monat geben zu können statt 10 Euro im Monat zu kassieren. Wenn es sich aber erstmal „Plus/Minus Null“ ausgleicht – vielleicht ein kleines Plus überbleibt – das wäre ein Wunsch von mir. FUNime: Und du, Jennifer? Jennifer: Ich möchte auf jeden Fall weiterhin dabei sein. Ich würde mich freuen, wenn wir uns, wie Andy schon gesagt hat, auch über diesen Begriff Anime hinaus weiterentwickeln könnten. Denn es besteht ja auch, wie ich aus dem Forum unserer Partnerseite „Anime-Chat Germany“ weiß, der Wunsch nach Visual-Kei-Musik. Und wenn sich da jemand findet, der das moderieren kann, würde ich ihn mit offenen Armen empfangen. Das wäre noch mal eine Sparte, die man auf jeden Fall aufmachen könnte. Und natürlich wünsche ich mir auch, dass sich die Kosten reduzieren, dass wir noch mehr Sponsoren finden, dass unser Projekt zwar nichts für uns einbringt, aber auch nicht so viel kosten wird. Andy: Also es darf schon was einbringen... (lacht) FUNime: Vielen Dank euch beiden für das Interview, weiterhin viele Hörer und alles Gute für die Zukunft. Wir kommen euch gern mal wieder besuchen.
Das Interview für die FUNime führten Jenni und Jan.
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