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Animal Crossing – Interview mit Nintendo

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Autor: Taro Rehrl
Artikel erschienen in: FUNime Nr. 46, Seite 22, Juni 2006

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Nintendo hat inzwischen sein Herz für Anime- und Mangafans entdeckt und hatte auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse einen Stand, um dort Animal Crossing Wild Word vorzustellen. Wir sprachen mit Lea Treese von Nintendos Pressestelle.

Frage: Animal Crossing ist kein übliches zielgerichtetes Spiel, sondern ist eher als Simulation zu verstehen. Was ist der Reiz an solchen Spielen?

Antwort: Der Reiz besteht u.a. darin, ein phantasievolles Zweitleben in einer Parallelwelt zu führen. Natürlich gibt es in Animal Crossing: Wild World kein eigentliches Ziel, dafür passieren auch hier im Alltag ungewöhnliche Dinge. Eigentlich ist für jeden Spielertyp etwas dabei: Wer will, kann sich einfach treiben lassen, am Strand spazierengehen oder dort Muscheln sammeln. Aktivere Spieler können mit ihren Nachbarn kommunizieren, ihre Wohnung und ihre Kleidung gestalten oder nach Fossilien suchen.

F: Was sagen sie Skeptikern, die befürchten, dass das Spiel nach einiger Zeit langweilig werden könnte?

A: Gerade durch den Austausch mit anderen Spielern über die Nintendo Wi-Fi Connection geschieht immer wieder Neues. Der Spielablauf ist dadurch sehr variabel und nicht vorherzusehen. Wie im echten Leben also – und das ist ja auch nicht langweilig. Außerdem entwickelt sich durch die Aktivitäten des Spielers das Spiel selbst weiter: Eine schöne Stadt lockt neue Mitbewohner an, und mit der Zeit wächst nicht nur das eigene Heim, denn selbst Tom Nook, der Händler um die Ecke, baut sein Angebot aus.

F: Animal Crossing kommt insbesondere bei Frauen gut an. Was meinen sie ist die Erklärung dafür?

A: Vielleicht ist hier gerade die von Ihnen angesprochene Endlosigkeit des Spiels ein Vorteil. Studien haben schließlich belegt, dass Frauen Wettbewerbsverhalten weniger liegt als Männern. Und in Animal Crossing: Wild World gibt es kein Game Over. Außerdem schätzen viele weibliche Spieler bestimmt die Möglichkeit, als Designer aktiv zu werden oder ein individuelles, heimeliges Zuhause zu gestalten.

F: Sie haben zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse geworben. Wie hat es ihnen gefallen?

A: Uns hat es sehr gut gefallen. Der Stand von Nintendo wurde besonders von den jüngeren Besuchern positiv aufgenommen. Und da das Spiel selbst sehr „kawaii“ ist, passt es sehr gut in die Manga- und Comic-Umgebung. Nintendo selbst nutzt bewusst Gelegenheiten wie diese Messe, um neue Zielgruppen für sich zu entdecken. Mit der Darstellung innovativer neuer Spielkonzepte wie Animal Crossing: Wild World öffnen wir uns so auch der Manga- und Anime-Community.

F: Können wir Hoffnung haben, dass mit zunehmender Akzeptanz von Manga und Anime hierzulande mehr entsprechende Spiele nach Deutschland kommen könnten? Gibt es ein paar heiße Kandidaten?

A: Lizenzspiele zu Animes wie One Piece oder Yu-Gi-Oh! gibt es ja bereits für Nintendo-Konsolen. Und in aktuellen Titeln wie Trauma Centre: Under the Knife werden ebenfalls Charas im Anime-Stil gezeigt. Die Akzeptanz für den japanischen Stil ist also auf jeden Fall gegeben.


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