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Blue Inferior |
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Mit diesen Worten beginnt der auf vier Bände angelegte Manga Blue Inferior von SHITOU Kyoko aus dem Jahre 1999. Die Geschichte ist in einer durch Umweltverschmutzung und andere Katastrophen vergifteten und zerstörten Welt angesiedelt. Nur noch wenige menschliche Siedlungen existieren, in sich geschlossen und größtenteils von der Außenwelt abgeschnitten, entlang den Küsten der Meere. In einer derart ihrer einstigen Schönheit und Vitalität beraubten kargen Welt ermöglichen die Ressourcen einen gerade mal verschwindend geringen Wohlstand für die Einwohner der kleinen Siedlungen, und so ist es kein Wunder, daß Außenstehende mißtrauisch beäugt werden und Besucher mehr als unerwünscht sind. Dies bekommt auch die ungefähr 13-jährige Marine zu spüren, die eines Tages am Strand der kleinen Siedlung Liber bewußtlos von MISAKI Kazuya, einem aufgeweckten und an der Außenwelt ungewöhnlich interessierten Jungen, aufgefunden wird. Vorerst scheint jedoch alles gut zu gehen, denn Dr. Floren, der einzige Arzt in der Siedlung, dem die Bewohner von Liber in Abwesenheit ihres Anführers Istria das meiste Vertrauen entgegenbringen, bescheinigt ihr Unbedenklichkeit. Es ist nicht zu befürchten, daß Marine irgendetwas mit der gefürchteten mysteriösen Spezies der sogenannten Sub-Humans zu tun hat, einer legendären Menschenart, die nur wenige zu Gesicht bekommen haben und die doch alle Bewohner Libers gleichermaßen fürchten. Denn diesen Menschen wird nachgesagt, daß sie gewalttätige Monster seien, die mit ihrem giftdurchtränkten Organismus auch die letzten unbefleckten Oasen der Erde heimsuchen und hemmungslos verseuchen würden... Doch wie Marine schon bald mit Schrecken feststellen muß, verbirgt sich hinter der Fassade des ruhigen und sympathischen jungen Arztes eine scheinbar viel größere Bedrohung für die vertrauensseligen Bewohner Libers als durch die so verhaßten Sub-Humans... Blue Inferior ist ein Manga, der sich trotz seines für fernöstliche Verhältnisse eher geringen Umfangs viel Zeit mit der Einführung des Lesers in die Handlung läßt. Man kann in aller Ruhe die Welt der Bewohner Libers kennenlernen - sowohl die reale als auch die gedankliche - erfährt viel über ihre Sorgen und Ängste und wird schon nach kurzer Zeit selbst in den Bann dieser bezaubernden kleinen maritimen Inselwelt gezogen. Dafür sorgt nicht zuletzt auch der filigrane Zeichenstil Shitous, der gerade durch eine eher klassische Gestaltung seiner Charaktere - und den erfreulichen Verzicht auf die unsäglichen Spitzzackenfrisuren vieler heutiger Werke - der Geschichte den Charme der reizvollen Dimension einer möglichen alternativen Zukunft der Menschheit mit all ihren Freuden und Nachteilen beschert. Shitou selbst läßt daran auch keinen Zweifel und bestätigt u.a., daß sie Kazuya optisch der Hauptfigur eines Animes ihrer Kindheit (dies dürften stilistisch die 80er Jahre sein) nachempfunden hat. Und wie angedeutet entsteht hieraus und aus den zauberhaften Landschaftsbildern einer unverdorbenen Meereswelt eine homogene Einheit, die den Fluß der Handlung trotz einiger ruhiger Passagen zusehends beflügelt und damit überhaupt erst die Atmosphäre des Mangas ermöglicht. Die heutzutage oftmals im Übermaß beschworene, angeblich so unverzichtbare Action vermißt man gar nicht - ein patenter Beweis dafür, daß es auch ohne geht! Eine gute Geschichte lebt halt von ausgefeilten Charakterstudien und interessanten Handlungswendungen und eben nicht von verzichtbarer Zoff- und Prügel-Action. Und so kann man ADV Manga (www.adv-manga.com) zweifellos zum Erwerb eines echten Geheimtips für ihr neu im Aufbau befindliches Manga-Segment - zusätzlich zum bekannten Anime-Angebot - gratulieren. Sehr zur Freude der Leserschaft präsentiert ADV Manga auch die Bonusseiten des japanischen Originals (die für viele andere Verlage ja leider bekanntlich nur ein überflüssiges Anhängsel darzustellen scheinen). So äußert sich Shitou auf vier Seiten näher zu den wichtigsten Figuren ihres Werkes, gibt zudem kurze Anmerkungen zu ihrer Vorstellung von Liber und gewährt dem Leser auf weiteren ca. zwei Seiten Einblicke in ihre Gedanken zur Schöpfung der Geschichte an sich sowie in die Gestaltung der farbigen Cover. Gerade solche scheinbar „überflüssigen“ Zusätze sind es erst, die eine viel engere Bindung zwischen dem Leser und dem Autoren des jeweiligen Mangas entstehen lassen und damit die Geschichten selbst auch interessanter gestalten, denn damit erhält der Mangafreund im Grunde zwei Geschichten in einem Band: die eigentliche Handlung und - in Ansätzen - die sich dahinter verbergende nicht minder spannende Entstehungsgeschichte. Japanische Mangaverlage haben dies erfreulicherweise bereits sehr früh erkannt und bieten ihren Käufern eine Vielfalt an Bonusseiten und Omake-Einschüben (während in westlichen Comics oftmals nicht einmal die Zeichner beim Namen genannt werden). Schön, daß ADV Manga auch diese Passagen mitübersetzt und sie nicht einfach wegfallen läßt. Mehr Mangas wie dieser oder auch der ebenfalls hervorragende Manga Aria (dazu an anderer Stelle mehr), und ADV Manga wird vielleicht schon bald zu den bekannten US-Manga-Giganten wie z.B. VIZ aufschließen können...
Nachtrag: Leider hat ADV Manga kurz nach Erscheinen dieses Artikels das
Mangaprogramm stark gekürzt, so dass die geplanten Bände 2 bis 4 nie erschienen sind.
(Stand: Mai 2007).
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