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Grandia II

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Autor: Peter Schopf
Artikel erschienen in: FUNime 21, Seite 34, Juni / Juli 2001

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deutsches Cover Besser als Final Fantasy IX?

Vor langer Zeit gab es einen Krieg zwischen dem Guten und dem Bösen. In diesem Kampf, dessen Ausgang über die Zukunft der Menschheit entscheiden sollte, bekriegten sich der Gott des Lichts, Granas, und der Teufel der Dunkelheit, Valmar. Keinem der beiden Götter gelang es über lange Sicht hinweg diese epische Schlacht für sich zu entscheiden, doch schließlich bezwang Granas mit Hilfe seines Schwertes den Teufel der Dunkelheit. Aber durch den Aufprall Granas' auf der Erde bildeten sich die Grana Cliffs, der große Canyon, der seitdem den Kontinent Silesia von der restlichen Welt trennt (Record of Lodoss War läßt grüßen).

US-Cover In Silesia lebt der Geohound- Söldner Ryudo, in dessen Rolle der Spieler schlüpft, zusammen mit seinem Falken Skye. Eines Tages erhält er einen Auftag des Priesters aus dem Dorf Garbo. Ryudo soll Elena, eine Ordensschwester der Granas-Kirche, sicher zu einem verlassenen Turm bringen, der Schauplatz eines wichtigen Rituals sein wird. Ziel des Rituals ist es, die Auferstehung von Valmar zu verhindern. Doch die Zeremonie schlägt fehl und die Wings of Valmar, ein Teil des Teufels der Dunkelheit, haben nun von Elena Besitz ergriffen. Das hat zur Folge, daß in Elenas Körper jetzt eine zweite Persönlichkeit wohnt: Millenia, die Verkörperung der Flügel von Valmar. Diese meldet sich von Zeit zu Zeit zu Wort und unterscheidet sich sehr in ihrem Verhalten von der ruhigen Elena. Leider weiß niemand im Dörfchen Garbo wie man Elena helfen könnte und so wird sie zum Papst in die Hauptstadt geschickt. Natürlich braucht sie für diesen weiten Weg wieder Geleitschutz, und so hat sich aus dem harmlosen Eskortierauftrag schnell eine wichtige Mission entwickelt. Auf der Reise quer durch Silesia treffen Ryudo und Elena nicht nur auf viele Gegner, sondern auch auf einige Gleichgesinnte wie den 13jährigen Jungen Roan, Mareg, der halb Löwe und halb Mensch ist, und Tio, eine menschenähnliche Maschine.

Kampf Wer Time Stalkers für das Dreamcast gespielt hat, wird sofort manche Ähnlichkeit der Charaktere aus beiden Spielen erkennen. In Time Stalkers als auch Grandia II gibt es einen Hauptcharakter mit Charakterschwäche, entweder den arroganten Sword oder den sarkastischen Ryudo, einen blonden Jüngling, sei es Roan oder Nigel, den manche aus dem Mega Drive-Vorgänger zu Time Stalkers kennen, einen Tiermenschen und eine weibliche Androidin. Ich nenne diese Wahl der Charakterdesigner die Zauberer von Oz-Party.

Einkaufsbummel Wenn man will, kann man auch einen Vergleich des zweiten Grandia-Teils zu Final Fantasy 7 und 8 ziehen. In allen drei Rollenspielen, die wahre Perlen ihres Genres sind, gehört die Spielfigur einer Spezialeinheit an, wobei Geohound nicht wie SeeD oder Soldier unter der Bevölkerung berühmt berüchtigt ist. Grandia II braucht sich jedenfalls nicht vor Produkten aus dem Hause Square oder anderen Spieleschmieden zu verstecken, weil es sie in manchen Punkten übertrifft. So beim Kampfsystem: Es erinnert etwas an Squares A(ctive)T(ime)B(attle)-System, wo sich zuerst ein Balken füllen muß, bevor man in das Kampfgeschehen eingreifen kann. Dies geschieht auch bei Grandia II, doch müssen sich hier zwei Zeitbalken füllen. Der COM-Balken und der wesentlich kleinere ACT-Balken. Bei vollem COM-Balken gebt Ihr Eure Art der Aktion an. Ob es nun ein doppelter Angriff (Combo), eine besonders starke Attacke (Critical), Magieeinsatz oder etwas anderes sein soll, bleibt vollkommen dem Spieler überlassen. Habt Ihr gewählt, dann beginnt sich der ACT-Balken zu füllen, der die Zeit bis zur Ausführung der gewählten Aktion symbolisiert. Das ist aber nicht der einzige Unterschied. Es werden bei diesem Kampfsystem auch die Entfernung zum Feind und die Dauer der Attacke berücksichtigt. So ist es zum Beispiel möglich, den Gegner während eines Schwerthiebes mit einer Konterattacke zu verletzen oder seinen Angriff ganz zu vereiteln, indem man einen Critical-Hit während seiner Act-Phase landet. So kann ein geschickter Spieler einen Kampf ohne einen einzigen Schadenspunkt durchstehen.

Stadtrundgang Leider ist Grandia II dem neunten Teil der Final Fantasy-Serie nicht wie beim Kampfsystem um eine Nasenlänge voraus. Zwar besitzt Game Arts´ Meisterwerk einen sehr guten Soundtrack, doch wird die Genialität der Tracks von Nobuo Uematsu nicht ganz erreicht. In Sachen FMV muß man FF9 ebenfalls klar den Vorzug geben. Doch Grandia II kontert mit besserer Spielgrafik (das 128 Bit Dreamcast ist eben der PSOne mit 32 Bit überlegen) und mit hervorragenden Sprachausgaben an manchen Spielstellen. Genauso wie früher beim Kampf zwischen Granas und Valmar steht man heute vor der Entscheidung, ob man nun Final Fantasy 9 oder Grandia II kaufen soll. Spielt am besten beide Titel vorher an und entscheidet nach Eurem persönlichen Geschmack, welcher Euch besser gefällt oder noch besser: Kauft Euch beide Meisterwerke.


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Titel: Grandia II
Genre: RPG
Plattform: Sega Dreamcast
Entwickler: Game Arts, Japan
Herausgeber: Ubi Soft
Erschienen am: 15.02.2001
USK: ab 6 Jahre
Preis: ca. DM 80 (Stand Mai 2001)
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