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Neon Genesis Evangelion – Platinum: 01

Die neuen deutschen EVA-DVDs

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Autor: Karsten Schubert
Review erschienen am: 17. Dezember 2004

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NGE Obwohl Neon Genesis Evangelion alles andere als eine neue Serie ist und sie uns auch schon mehrfach beschäftigt hat (zum Beispiel hier), hat die Serie mit der neu gemasterten Platinum Edition noch einmal bei der Bild- und Tonqualität deutlich zugelegt (siehe FUNime 39). Und die deutsche DVD hat dabei sogar noch weiteres Steigerungspotential, denn sie soll endlich über etwas verfügen, was allen anderen deutschen Veröffentlichungen dieser Serie bislang massiv fehlte: eine deutsche Synchronfassung!

Die Serie

Neon Genesis Evangelion ist eine 26-teilige TV-Serie aus dem Jahr 1995/96 über den 14-jährigen Shinji Ikari, der plötzlich in einen riesigen Kampfroboter gesteckt wird und ohne jegliche Vorbereitung gegen ein gigantisches Monster, das als Engel bezeichnet wird, antreten soll.

Was zunächst als relativ „normale“ Mecha-Serie mit religiösem Einschlag und viel Fanservice beginnt, wird im späteren Verlauf immer mehr ein Ausflug in die Tiefen der menschlichen Psyche.

Auch wenn das Ende der Serie selbst in Japan umstritten war, was schließlich zu zwei weiteren Kinofilmen führte, deren Details teilweise wieder in die TV-Serie eingegliedert wurden, ist Neon Genesis Evangelion zweifellos eine sehr einflussreiche Serie gewesen, denn in ihrer Nachfolge kamen Anime-Serien mit psychologischem Einschlag groß in Mode und man könnte sogar soweit gehen und Serien wie RahXephon als freie Nacherzählungen von Neon Genesis Evangelion ansehen.

Shinji und die verletzte Rei DVD 1

Die erste deutsche DVD der „Neon Genesis Evangelion – Platinum“ enthält wie ihr US-Vorbild die ersten 5 Episoden mit den Titeln Angriff der Engel, Das Ungeheuer, Ein neuer Schüler, Das Stachelschwein-Dilemma und Rei I.

Während die ersten beiden Episoden vor allem Shinjis hastige Verlegung nach Neo Tokyo 3 und seinen ersten Einsatz behandeln, geht es in den Folgen drei und vier vor allem um seine Schwierigkeiten sich in seiner neuen Umgebung einzuleben. In Episode fünf versucht Shinji etwas mehr über das Mädchen Rei heraus zu finden, das schon erheblich länger als er zum EVA-Piloten ausgebildet wurde.

Die geheimnisvolle Rei Ayanami Wenn man die DVD in der Hand hält, fällt als erstes die schön in Silber gehaltene äußere Papphülle auf, in der die eigentliche DVD-Hülle steckt. In dieser wiederum findet man ein 12-seitiges Booklet, das neben einer kleinen Einführung in die Serie, einer Episodenzusammenfassung und Beschreibungen der ersten drei in der Serie vorkommenden Engel vor allem mit zahlreichen, sehr schönen Bildern aufwarten kann.

Wenden wir uns nun der DVD selbst zu. Diese kann zunächst leider nicht ganz den positiven Eindruck aufrecht erhalten, beginnt sie doch wie so manche andere deutschsprachige DVD heute auch mit einem zwar nur 15 Sekunden langen, aber nicht weniger nervigen Trailer gegen Internet-Raubkopien, der natürlich nicht abgebrochen werden kann. Man wird wohl noch abwarten müssen, bis sich bei den Filmfirmen die Erkenntnis durchsetzt, dass man Verkaufszahlen wohl kaum damit ankurbelt, indem man dem ehrlichen Käufer bei jedem Einlegen der DVD gehörig auf die Nerven fällt. Die US-DVDs warten zwar nach Einlegen der DVD sofort mit Werbung auf, doch diese lässt sich natürlich sofort brav mit einem Tastendruck überspringen.

Danach gelangt man in ein zwar einfaches, aber dafür auch übersichtliches Menü, in dem man die einzelnen Episoden anwählen kann, einzelne Kapitel, Untertitel und das Bonusmaterial, doch dazu später mehr. Wenden wir uns nun den Folgen selbst zu:

Neon Genesis Evangelion Diese können mit einer ziemlich beeindruckenden Bildqualität aufwarten, die deutlich über der Qualität der alten DVDs liegt. Selbst leichte Artefakte sind nur in Ausnahmefällen zu sehen. Dabei ist man praktisch auf dem Niveau der US-DVDs, denn selbst auf einem sehr guten Fernseher kann man nur im direkten Vergleich einen leichten Schärfeverlust erkennen. Zusätzlich bietet die deutsche DVD gleich drei Tonspuren: nämlich die englische, japanische und deutsche Fassung jeweils in einer recht guten Dolby Digital 5.1 Abmischung. Die deutsche Synchronfassung wirkt dabei im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig, aber doch recht annehmbar. Stellenweise stolpern die deutschen Sprecher zwar ein wenig über die japanischen Namen, die vereinzelt auch noch anders betont werden als in der englischen und japanischen Fassung (so wird stellenweise bei „Ikari“ oder „Rei“ das abschließende „i“ besonders betont ausgesprochen), doch das dürfte im weiteren Verlauf wohl besser werden. Shinjis Stimme (gesprochen von Hannes Maurer) wirkt zwar auf den ersten Blick ein wenig weich, andererseits passt dies recht gut zu Shinjis Charakter und er neigt weniger zum Schreien als sein englisches Gegenstück. Misatos Sprecherin (Julia Kaufmann) macht sich in ihrer Rolle eigentlich ganz gut, auch wenn sie in einigen Szenen nicht ganz den richtigen Ton trifft. Ansonsten begegnen einem immer wieder mehr oder weniger bekannte Synchronstimmen, die allerdings stellenweise noch damit beschäftigt sind sich in ihre Rolle hineinzufinden. Insgesamt zwar kein überragendes Ergebnis, aber dennoch recht annehmbar.

Neon Genesis Evangelion Auch die Übersetzung geht in Ordnung, wenn man von einem kleineren Fehler in der ersten Episode absieht, wo man in der 14. Minute aus der noch eingefrorenen Einheit 00 plötzlich in den deutschen Untertiteln und der deutschen Synchronfassung eine noch eingefrorene Einheit 01 machte, was ziemlich verwirrend ist, da es ja gerade darum geht, dass man auf die Evangelion Einheit 01 ausweichen muß.

Die deutschen Untertitel weisen sonst keine gröberen Fehler auf, auch wenn ihr Timing stellenweise ein wenig seltsam wirkt. Zusätzlich kann man noch auf englische Untertitel ausweichen.

Auch die Surround-Abmischung der deutschen Fassung ist recht ordentlich. Man hat zwar teilweise nicht ganz so viel zusätzliches Personal in die Szenen eingemischt wie in der japanischen Fassung, doch man macht vor allem in den EVAs von den Surround-Lautsprechern ausgiebigen Gebrauch, ganz anders als in den US-DVDs, wo man zwar einigen Aufwand trieb die alten Synchron-Aufnahmen zu säubern und von Störungen zu befreien (darüber gibt es auf der dritten US-DVD ein ausführliches Special), doch die Abmischung wurde im wesentlichen im Centerbereich belassen.

Shinjis Vater, seine Assistentin und Rei Kommen wir nun zu den Extras. Diese beschränken sich auf textfreie Openings und Endings, sowie einige Entwurfszeichnungen. Immerhin ging man so weit in den Credits einmal den kompletten englischen Abspann unterzubringen (womit die japanischen und englischen Mitwirkenden in einer lesbaren Form vorliegen) und einen deutschen Abspann (mit den deutschen Sprechern) ohne Hintergründe anzubieten, während man in den Folgen selbst das japanische Opening und Ending verwendete. Auf zusätzliche Extras wie die jeweils zwei Kommentarspuren bei den US-DVDs hat man jedoch verzichtet, was allerdings verständlich ist, da diese Extras sich zwar ausgiebig mit der Vergangenheit von ADV Films und der Entstehung des englischen Dubs beschäftigen, aber direkt mit der deutschen DVD oder der Serie selbst eher wenig zu tun haben.

Alles in allem eine gut gelungene DVD, die dank der guten technischen Qualität und der brauchbaren Synchronfassung sehr empfehlenswert ist und die mit Ausnahme eines etwas höheren realen Preises und etwas weniger Extras keinen Vergleich mit den US-DVDs zu scheuen braucht. Dies ist auf jeden Fall die mit Abstand beste Veröffentlichung dieser Serie, die es in Deutschland bislang gegeben hat.

To be continued!

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Neon Genesis Evangelion Platinum Vol. 1

   
Laufzeit: 117 Minuten (Eps. 1-5)
Sprachen: Deutsch, Englisch, Japanisch (jeweils Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Herausgeber: ADV Films
Ländercode: 2
Preis (Amazon): EUR 22,99

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