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Full Metal Panic

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Autor: Karsten Schubert
Review erschienen am: 1. Februar 2005

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DVD-Cover Vol. 2 Was hat ein Mädchen, das im Schlaf merkwürdige technische Formeln vor sich hinmurmelt, mit einem durch die sibirische Tundra fahrenden Lastwagen und riesigen zweibeinigen Kampfmaschinen (so genannten Arm-Slaves) zu tun?

Nach der 24-teiligen TV-Serie Full Metal Panic zu urteilen, sehr viel. Denn diese beginnt mit einem durch die sibirische Tundra fahrenden Lastwagen, in dem sich eine junge Frau und ein Soldat befinden. Die junge Frau ist allerdings vollkommen mit ihren Nerven am Ende. Verfolgt werden die beiden durch einen Kampfhubschrauber, der schließlich den Lastwagen mit einer Rakete ausschaltet. Dabei wird jedoch die Frau aus dem Wagen geschleudert und es gelingt ihr noch, der Hand ihres toten Fahrers eine Datendisc zu entnehmen, als sich ihr der Hubschrauber schon wieder nähert, um auch mit ihr kurzen Prozeß zu machen. Doch da wird plötzlich neben dem Hubschrauber ein Arm-Slave sichtbar, der den Hubschrauber einfach packt und zu Boden schleudert. Dem Arm-Slave entsteigt ein junger Soldat, der sofort zu der total verwirrten Frau eilt und sie mit einem Beruhigungsmittel ruhig stellt. Als ihn die ohnmächtig werdende Frau nach seinem Namen fragt, antwortet er „Sousuke Sagara“.

Sousuke gehört einer hochmodernen Anti-Terrororganisation namens Mithrill an, die von einem geheimen U-Boot aus operiert. Doch der nächste Auftrag wird seine Fähigkeiten bis aufs äußerste in Anspruch nehmen. Sousuke soll die junge Schülerin Kaname Chidori beschützen, die eventuell entführt werden soll. Deshalb soll er die gleiche Klasse besuchen wie Kaname und sie unauffällig beschatten. Das Problem: Sagara mag zwar ein guter Soldat sein, aber sozial ist er, gelinde ausgedrückt, etwas unerfahren. Und so wundert sich Kaname’s Klasse schon ein wenig über den neuen Schüler, der immer Spielzeugwaffen mit in die Schule nimmt, sich offenbar nur für Waffen- und Militärtechnik interessiert und einen etwas sonderlichen Musikgeschmack hat. Doch noch schlimmer ist es für Kaname, die Sousuke plötzlich an den unmöglichsten Orten „rein zufällig“ begegnet, und wenn es in der Mädchenumkleidekabine, oder auf dem Balkon ihrer Wohnung im vierten Stock ist...

Die Charaktere

Sousuke Sousuke Sagara
Obwohl erst 16 Jahre alt, ist der Hauptdarsteller dieser Serie schon ein guter Soldat. Doch durch seine Vergangenheit ist ihm eine normale Kindheit schlichtweg entgangen. So stellt für ihn der Umgang mit Waffen oder Guerillataktiken kein Problem dar, doch schon die Frage nach seiner Lieblingsmusik bringt ihn ins Schwitzen. Eigentlich ist er für einen Undercovereinsatz denkbar schlecht geeignet. So stellt er sich vor der versammelten Klasse als Seargeant Sousuke Sagara vor und hat ernsthafte Probleme, sich das ständige Salutieren abzugewöhnen. Ausgesprochen arg steht es aber um seine Beziehungen zum anderen Geschlecht. So versteht er einfach nicht, warum ein Junge nichts in der Mädchenumkleidekabine zu suchen hat, oder warum Kaname ausflippt, wenn er ein Höschen von ihr in der Hand hält...

Kaname Kaname Chidori
Eigentlich ist sie auf den ersten Blick ein normales 16-jähriges Schulmädchen. Sie ist ein wenig vorlaut und rechthaberisch, was zwar ihren Freundeskreis ein wenig einschränkt, ihr aber gleichzeitig den Posten der Klassensprecherin einbringt. Zu Sousuke hat sie ein recht zwiespältiges Verhältnis. Zum einen beschwert sie sich nachdrücklich über diesen Angeber, der offenbar perverse Absichten hat, denn wieso sollte er sie immer so „unauffällig“ beobachten, doch auf der anderen Seite imponiert ihr dieser seltsame Junge auch irgendwie.

Eigentlich gefällt es ihr gar nicht so schlecht, dass er sich für sie interessiert und für ihr Wohlergehen sogar sein eigenes Leben aufs Spiel setzt. Allerdings gibt es bei Kaname eine wichtige Frage: Wieso murmelt sie im Schlaf seltsame technische Formeln vor sich hin?

Tessa Teletha Testarossa
Kurz „Tessa“ genannt (was die Vermutung nährt, dass die korrekte Schreibweise ihres Vornamens wohl „Teresa“ lauten dürfte), ist die 16-jährige Kommandantin und Entwicklerin des U-Bootes, von dem Sousuke startet. Am Anfang wirkt sie nur wie ein Nebencharakter, doch im späteren Verlauf der Handlung zeigt auch sie immer stärker Gefühle für Sousuke und wird damit zu einer direkten Konkurrenz von Kaname. Sie ist allerdings eher ruhig und handelt überlegt, vor allem im Vergleich zu der eher impulsiv handelnden Kaname.

Die Serie

Sosuke bei der Arbeit Was am Anfang als eine Mischung aus Mecha-Action und Slapstick beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einer Liebesgeschichte mit Mech-Einlagen, während die Comedy reduziert wird.

Die Zeichnungen und die Animationen sind für eine TV-Serie ausgesprochen gut gelungen, wobei vor allem die Mech-Kämpfe und einige 3D-Effekte recht beeindruckend umgesetzt wurden. Leider können die Animationen der normalen Szenen im weiteren Verlauf dieses Niveau nicht immer halten.

Dabei kommt vor allem den Charakteren der Geschichte eine große Rolle zu, die zwar ausgesprochen überdreht, aber dennoch stimmig konzipiert wurden. Während ihre überdrehten Charaktere dabei zunächst für zahlreiche Slapstick-Elemente gut sind, versteht der Zuschauer nach und nach immer mehr von ihrer Persönlichkeit.

Die Serie dürfte in Deutschland genauso wie in den USA auf insgesamt 7 DVDs erscheinen. Dies mag auf den ersten Blick zwar nicht gerade preiswert erscheinen, doch dafür wird auch einiges geboten.

Die deutschen DVDs

DVD-Cover Vol. 1 DVD 1:

Die erste DVD enthält die ersten vier Episoden der Serie, in denen man zunächst einmal die Hauptcharaktere und ihr Umfeld ein wenig kennen lernt.

Die Bildqualität lässt wie schon bei Neon Genesis Evangelion - Platinum oder Final Fantasy Unlimited kaum einen Grund zur Klage aufkommen. Im Normalfall ist die Bildqualität nahezu perfekt.

Desweiteren gibt es drei Tonspuren: zunächst einmal die japanische Dolby Digital 2.0 Fassung mit einer recht ordentlichen Surround Ausnutzung, sowie je eine deutsche und englische Dolby Digital 5.1 Version. Während die deutsche Abmischung sich dabei nur ein klein wenig direkter anhört als der japanische Ton, kann die englische Abmischung vor allem durch eine etwas bessere Räumlichkeit und eine aggressivere Bassunterstützung überzeugen.

Die deutsche Synchronfassung ist zumindest in Bezug auf die Hauptdarsteller durchaus gelungen, nur Kanames Freundin Kyoko klingt teilweise ausgesprochen nervig, was aber ihrem Charakter entspricht. Nur die Aussprache der japanischen Namen ist mal wieder etwas ungewöhnlich. So wurde Sousuke nicht etwa wie in der japanischen und amerikanischen Fassung „Sos’ke“ ausgesprochen, sondern wie Sosuke mit betontem „u“.

Wie auch bei den anderen ADV Films DVDs, gibt es insgesamt vier Untertitelversionen: Englisch, Englisch nur für Schilder, Deutsch und Deutsch nur für Schilder.

Sosuke bei der Arbeit Wie auch bei den US-DVDs gibt es an Extras neben dem textfreien Opening und Endings noch einige Entwurfszeichnungen und die japanischen Videopiraterie-Warnungen. Wie üblich sind die Credits dabei etwas umfangreicher enthalten und weisen neben den deutschen Sprechern auch noch einmal den kompletten englischen Abspann auf. Außerdem sind die DVD-Hüllen mit Wendecovern versehen und als Inlay enthalten sie ein kleines Poster (etwas größer als DIN-A4), auf dessen Rückseite sich zahlreiche Informationen zu den einzelnen Charakteren und der verwendeten Technik befinden.

Insgesamt ist diese Vol. 1 wieder eine sehr schöne DVD, die sehr gut mit der US-Fassung mithalten kann, von der sie sich nur in der Sprache und durch die fehlende englische Dolby Digital 2.0 Fassung unterscheidet, die der deutschen Dolby Digital 5.1 Fassung weichen musste.

Kaname DVD 2:

Auf der zweiten DVD wird der Cliffhanger der ersten DVD aufgelöst und die Story fängt langsam an, in Gang zu kommen. So muß Sousuke versuchen die entführte Kaname zu befreien, wobei Kaname so langsam begreift, dass ihr komischer Klassenkamerad kein einfacher Spinner ist und im weiteren Verlauf zeigt auch Kaname plötzlich ein merkwürdiges Talent, dass Sousuke das Leben rettet. Die vierte und letzte Folge dieser DVD spielt hingegen wieder in der Schule, wo Sousuke mal kurz den Freund einer Klassenkameradin von Kaname spielen soll. Eine Aufgabe, für die er denkbar schlecht geeignet ist...

Ansonsten hat sich technisch oder in der Ausstattung wenig geändert. Wieder ist die Bildqualität sehr ordentlich; auch, wenn vor allem in der achten Episode die Animationen teilweise etwas einfach gehalten sind.

Die deutsche Synchronfassung schafft es dabei sogar teilweise stimmiger zu wirken als ihr englisches Gegenstück und auch die Sprecher finden sich immer besser in ihren Rollen zurecht.

Dafür wurde auf der DVD der Fanservice-Faktor noch ein wenig angehoben, sowohl durch einen neuen Arm-Slave, den Arbalest, und die ausgesprochen knappe Kleidung von Kaname.

Fazit

Arbalestrun Eine recht nette, wenn auch teilweise hoffnungslos überzogene Serie, der es aber immer noch gelingt, in eine Standard-Mech Geschichte halbwegs stimmige Charaktere einzubauen. Wirklich neue Elemente sind zwar selten, dafür sind die Mech-Gefechte absolut sehenswert und auch die Charaktere wachsen einem im Laufe der Handlung ans Herz. Hinzu kommt ein stimmungsvoller Soundtrack mit akzeptablen Surroundeffekten.

Alles in allem kein Wunder, dass im Nachhinein noch eine Nachfolgeserie namens Full Metal Panic Fumoffu produziert wurde, die sogar noch besser ankam, weil in ihr die Slapstick-Elemente nicht reduziert wurden.

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Full Metal Panic Vol. 1 + 2

   
Umfang: 24-teilige TV-Serie, wahrsch. 7 DVDs
Laufzeit pro DVD: Vol. 1+2 je 100 Minuten (4 Folgen)
Tonspuren: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
  Englisch (Dolby Digital 5.1)
  Japanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Produzent: ADV Films
Ländercode: 2
Preis pro DVD (Amazon): € 22,99 - 23,99

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