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Taisho Yakyuu Musume – Baseball als Spiegel der Gesellschaft

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Autor: Herwig
Artikel erschienen in: FUNime Nr. 60, Seite 9, Februar 2010


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Das M�dchen-Team Die Serie f�hrt uns zur�ck in das Jahr 1925, das vorletzte Jahr der Taisho-Periode. Dieser relativ kurze Zeitabschnitt in der japanischen Geschichte, der die Jahre von 1912 bis 1926 umspannt, ist von einem st�ndigen Hin und Her gepr�gt. Traditionalisten k�mpfen gegen westlich orientierte Demokraten.

Erst vor kurzem wurde an den Schulen eine neue Kleiderordnung eingef�hrt, die uns allen so vertrauten Marineuniformen. Von genau so einem Kleidungsst�ck tr�umt auch die junge Koume, doch ihr Vater ist strikt dagegen. Zum einen, weil der Kimono eben die traditionelle Kleidung ist und man ja nicht jeden westlichen Schnickschnack mitmachen muss, zum anderen, weil eine solche Uniform recht teuer ist.

Die M�dchen-Baseball-Mannschaft Als Koumes Freundin Akiko ihr dann auch noch die Idee unterbreitet, ein M�dchenbaseballteam aus dem Boden zu stampfen, ist das Dilemma komplett. Ihr Vater w�rde das niemals erlauben. Und das ist nur eine der Schwierigkeiten, die es zu �berwinden gilt. Wie bekommt man gen�gend Mitglieder f�r eine Mannschaft zusammen? Wie kann man die Rektorin f�r das Vorhaben gewinnen? Und das wichtigste, wie bringt man die anderen Baseballmannschaften, die ausschlie�lich aus Jungen bestehen, dazu, gegen ein M�dchenteam anzutreten? Anfang des 20. Jahrhunderts durchaus Probleme von gigantischem Ausma�. Zum Gl�ck haben die M�dchen mit ihrer Englischlehrerin Ms. Cartland eine F�rsprecherin, die sich aktiv f�r die Belange ihrer Sch�tzlinge einsetzt. Nicht nur das, sie �bernimmt sogar die Position des Trainers. Aber bekanntlich ist jeder Anfang schwer und schon im Vorfeld der Rekrutierung laufen ihnen die Kandidatinnen haufenweise davon, nachdem sie einem Trainingsspiel der Jungenmannschaft nur zugesehen haben. Doch mit viel �berzeugungskraft nimmt das erste M�dchenbaseballteam langsam Gestalt an.

Koume �bt sich im B�lle fangen SUZUKAWA Koume ist zwar der Hauptcharakter in dieser Serie, von Baseball hat sie aber keine Ahnung. Genau genommen macht sie das ganze nur wegen ihrer besten Freundin OGASAWARA Akiko mit. Um das Spiel an sich geht es nur am Rande. Die Haupthandlung liegt in den verschiedenen entgegengesetzten gesellschaftlichen Sichtweisen, die streckenweise auf kuriose Weise zu Tage treten. Akiko beispielsweise kommt aus gut betuchten Verh�ltnissen, ihre Eltern sind westlichen Werten gegen�ber aufgeschlossen. Trotzdem wollen sie ihre Tochter traditionell verm�hlen, was diese fast zur Verzweiflung bringt. Auch Koume ist f�r die subtilen Versuche ihrer Eltern, die sie gerne mit dem Koch-Azubi Saburo unter eine Haube bringen w�rden, nicht empf�nglich. Das liegt aber mehr daran, dass Saburo viel zu sch�chtern ist, um offen auf das Energieb�ndel zuzugehen. Und dann sind da noch die ganzen Vorurteile, die bei den anderen Baseballteams zu Tage treten. Die meisten der Jungen sind der Meinung, dass ein Team aus M�dchen v�llig unm�glich die gleiche Leistung im Sport erbringen kann wie gleichaltrige Jungs. Ja, sie wollen den M�dchen nicht einmal die Chance geben, es wenigstens zu versuchen. Die hohe Verletzungsgefahr und die unterschiedliche k�rperliche Konstitution halten da gerne als Gr�nde her, ein freundschaftliches Match von vornherein auszuschlagen. Dabei k�nnen die M�dchen durchaus mit anderen Vorz�gen punkten. Was sie an K�rperkraft nicht besitzen, machen sie in der Taktik wett. Ein Highlight der Serie ist die Episode, in der sich Koume ernsthaft auf eine Spielfilmrolle vorbereitet, von der am Ende im Kino nicht einmal f�nf Sekunden �brig bleiben.

Eine der gegnerischen Jungen-Baseball-Mannschaften Taisho Yakyuu Musume ist technisch betrachtet eher Durchschnitt. Die Animation ist zwar solide, aber keinesfalls besonders aufregend. Die Hintergr�nde sind im wenig detaillierten Aquarellstil gehalten. Was den Charme der zw�lfteiligen Serie ausmacht, ist der historische Hintergrund. Es f�llt einem nicht schwer, sich mit den M�dchen und ihren allt�glichen Problemen zu identifizieren. Wo andere Serienhelden gegen immer gr��ere Monster k�mpfen, geht es hier darum, gesellschaftliche Mauern einzurei�en oder wenigstens kleine L�cher hinein zu h�mmern, was viel schwieriger sein kann.

An Serien wie Princess Nine, die auch die Geschichte eines M�dchen-Baseballteams erz�hlen, kommt Taisho Yakyuu Musume zwar nicht heran, bietet aber solide Unterhaltung f�r zwischendurch. Die Sprecher geben sich viel M�he und Namen wie HIROHASHI Ryou (Rakka – Haibane Renmei, Sora – Kaleido Star) oder NAKAHARA Mai (Midori – Midori no Hibi, Rena – Higurashi no Naku Koro ni) sorgen f�r den n�tigen Spa� beim Zuh�ren. F�r das Animationsstudio J.C. Staff �bernahm IKEHATA Takashi, bekannt f�r Serien wie Daphne in the Brilliant Blue oder Genshiken, die Regie dieser Serie. Auch f�r den Ohrwurmfaktor ist gesorgt, mit Romantic Strike besitzt die Serie ein sch�nes Opening, in dem die Seiyuu beweisen, dass sie auch singen k�nnen.

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Taisho Yakyuu Musume

   
12-teilige TV-Serie
Studio: J.C. Staff
Regie: IKEHATA Takashi
Erstausstrahlung: 3. Juli bis 25. September 2009
   

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