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Lucky Star – Anime-Vorurteile in Aktion

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Autor: Karsten Schubert
Artikel erschienen in: FUNime Nr. 57, Seite 10, Juli 2009


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Lucky Star Eigentlich haben wir es hier nur mit der Geschichte von vier Schulmädchen zu tun, aber ihre Charaktere kratzen stark an den Grenzen der Realität.

Da ist zum einen Konata, die mit ihrer sportlichen Konstitution ein Gewinn für jeden Club wäre, aber das kommt für sie überhaupt nicht in Frage, denn damit würde sie ja ihre geliebten Prime-Time-Animes verpassen. Wegen ihrer starken Beschäftigung mit solchen Sachen kommen auch Hausaufgaben und Lernen ein wenig kurz, doch wozu gibt es gute Freundinnen, bei denen man abschreiben kann? Für Prüfungen kann man schließlich einfach die ganze Nacht davor durchbüffeln. Man kann nicht behaupten, dass sie sich zu viel mit Anime und Computerspielen beschäftigt, sondern eher, dass sie nur zu selten aus diesen Welten auftaucht. Ein Otaku, wie er im Buche steht, wenn da das Geschlecht nicht wäre.

Lucky Star Dann gibt es ihre Klassenkameradin Tsukasa, die sich immer noch eher wie ein kleines Mädchen benimmt und auch gerne mal einen ganzen Tag verschläft und dann peinlich berührt ist, wenn man bei der ärztlichen Untersuchung ihre Unterwäsche mit Tiermotiven sieht. Mit anderen Worten: die Lolicon-Abteilung.

Tsukasas Schwester ist Kagami, eigentlich der normalste der vier Hauptcharaktere. Doch sie scheint immer nur mit ihrer Schwester herumzuhängen, um die Absonderlichkeiten ihrer Freundinnen vorzuführen.

Und dann gibt es noch die hoch gewachsene Miyuki, ein Moe-Charakter wie er auch im Buche steht. Übergroße Brille, sehr gut in der Schule, schusselig und nie kommt ein böses Wort über ihre Lippen.

Lucky Star Jede Folge dieser 24 Teile umfassenden TV-Serie besteht aus einzelnen Geschichtchen, die sich um Erkältungen, das korrekte Essen verschiedener Gerichte und ähnliche, eher unbedeutende Sachen drehen. Der größte Teil der Komik kommt durch die vollkommen überdrehten Charaktere zustande - vor allem Konata ist in der Beziehung eine Nummer. Wer außer ihr kommt auf die Idee, dass Jungen es vermutlich lieben, zum Zahnarzt zu gehen, weil es da um Bohrer geht und sie ja Anime, in denen sich gewaltige Roboter mit riesigen Bohrern bekämpfen, mögen... Oder Konata erwähnt, dass sie einen Teilzeitjob hat und ihre Freundinnen stellen sich vor, wo man wohl jemanden wie Konata einsetzen könnte... Natürlich in einem Cosplay-Café!
Man merkt schon: alles vollkommen logisch und normal... (Wobei man insgesamt diese Art von Humor schlecht beschreiben kann, um einen wirklichen Eindruck der Serie zu vermitteln.)

Der Zeichenstil ist im Grunde sehr einfach gehalten, dabei würde man die Charaktere wohl eher als 12-13-jährige einstufen, obwohl sie eigentlich 16 sein sollen...

Der 'Lucky Channel' mit Akira-chan Am Ende jeder Episode kommt dann immer eine kleine Spezialshow, der sogenannte „Lucky Channel“ unter der Führung der kleinen und süßen KOGAMI Akira, doch irgendwie rutscht sie durch SHIRAISHI Minoru, einen Jungen aus Tsukasas Klasse, immer wieder aus ihrer Rolle und man erfährt einige Dinge, die so überhaupt nicht zu ihrem niedlichen Image passen. So wird ihre eigentlich zuckersüße Stimme plötzlich tief und genervt und sie zeigt, wie zynisch sie in Wirklichkeit ist, da sie sich von allen ausgenutzt vorkommt. Kostprobe gefällig? „Ok, ich verstehe, die ganzen Verrückten sind hinter Miyuki her, aber ich habe zumindest die Pädophilen“...

Man merkt schon, dass dies eine Serie ist, die es nicht auf das normale Publikum abgesehen hat, sondern auf die Hardcore-Otakus, die mit den vielen Anspielungen auf uralte Serien oder andere Fans auch wirklich etwas anfangen können, doch bei denen ist es ein absoluter Volltreffer.

Lucky Star In Bezug auf den Ton gibt es auf den DVDs zwar nur englischen und japanischen Dolby-Digital-2.0-Ton, doch die Serie lebt sowieso nicht von Musik oder Effekten, einzig den Stimmen kommt eine größere Bedeutung zu. Die Sprecherinnen müssen die Charaktere und die Gags richtig herüberbringen und das gelingt sowohl den japanischen als auch den englischen Sprechern hervorragend.
Auch bei den gelben Untertiteln mit schwarzem Rand kommen keine größeren Probleme auf.

Kommen wir nun zu den Extras: Da sind an erster Stelle die Liner Notes auf dem Beipackzettel der DVD zu nennen. Dem gleichen Zweck dienen bei den Extras noch so genannte Key Scenes, wo Standbilder mit erklärenden Untertiteln auf besondere Elemente verweisen. Ansonsten gibt es außer den üblichen Werbetrailern noch ein Videotagebuch über Werbeaufnahmen mit dem Sprecher von SHIRAISHI Minoru.

Alles in allem eine wirklich gute Serie für die etwas ernsthafteren Fans, die aber dennoch ihr Hobby nicht zu ernst nehmen, während der eher unbelastete Zuschauer hier von den zahlreichen Anspielungen regelrecht überrollt wird.

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Lucky Star

   
24-teilige TV-Serie auf 6 DVDs
Herausgeber: Bandai Entertainment
Ländercode: 1
Ton: Englisch, Japanisch Dolby Digital 2.0
Listenpreis: $29,98 pro DVD
   

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