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Karin – Eine nicht ganz normale Vampirgeschichte

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Autor: Karsten Schubert
Artikel erschienen in: FUNime Nr. 50, Seite 20, Oktober 2007


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Karin läuft vor Kenta davon Man kennt normale Geschichten von Vampiren. Meistens sind sie eher tragisch angehaucht und spielen den größten Teil ihrer Zeit im Halbdunkel.

Karin ist das zweite Kind einer Vampirfamilie, doch irgendwie ist sie etwas aus der Art geschlagen. So ist sie eine ausgesprochene Frühaufsteherin und geht auch bei hellstem Sonnenschein vergnügt in die Schule und wirkt auch sonst wie ein ganz normales Mädchen. Doch dann kommt ein neuer Schüler in ihre Klasse. Irgendetwas an Kenta zieht sie geradezu magisch an. Und sie droht, in seiner Nähe ihre Beherrschung zu verlieren.

Die einzige Möglichkeit, die sie sieht, ist Kenta auszuweichen um ihm ja nicht zu nahe zu kommen. Doch wie es der Zufall so will, läuft sie ihm laufend über den Weg, und Kenta weiß gar nicht, was er getan hat, dass dieses Mädchen jedes Mal vor ihm davonläuft.

Karin hatte Nasenbluten... Nicht zuletzt hat er sie auch noch dabei beobachtet, wie sie im Park einen Mann biss, was er allerdings aufgrund seines schlechten Blickwinkels für einen Kuss hielt. Als Kenta sie im Treppenhaus darauf ansprechen will, kommt er ihr zu nahe und sie verliert die Beherrschung. Blut spritzt durch die Gegend und Kenta versteht die Welt nicht mehr, warum dieses komische Mädchen jetzt plötzlich derart heftiges Nasenbluten bekommen hat. Doch da er praktisch veranlagt ist und sie darum bittet, die Sache geheim zu halten, beschließt er, die Sauerei schnell zu beseitigen und das ohnmächtige Mädchen aus der Schule zu tragen.

Karin versteht die Welt nicht mehr. Dieser Junge ist hinter ihr größtes und peinlichstes Geheimnis gekommen. Und er verrät es nicht nur niemandem, sondern versichert ihr auch noch, dass er ihr Geheimnis für sich behalten wird. Allerdings hat er in dem Moment noch nicht verstanden, wie peinlich es für Karin ist. Denn anders als ihre Eltern oder ihr älterer Bruder hat sie keinen Blutmangel, sondern sie produziert Blut und muss von Zeit zu Zeit ihren Überdruck loswerden. Entweder indem sie jemanden beißt und ihr Blut einem Menschen injiziert, oder eben durch sehr heftiges Nasenbluten. Sie stellt damit gewissermaßen das genaue Gegenteil eines Vampirs dar. Dabei hat sie auch noch das Problem, dass sie im Gegensatz zu ihren Angehörigen Menschen nicht die Erinnerung an den Biss nehmen kann.

Karin mit einem neuen Opfer Doch Vampire sind in dieser Serie sowieso ein besonderer Fall. So nehmen sie nur eine relativ geringe Menge Blut zu sich und bringen damit einen Menschen nicht um, ja es gibt sogar Vampire die für ihre Opfer durchaus positive Wirkungen haben. Das hängt vor allem vom Geschmack ab, den ein Vampir bevorzugt. So mag zum Beispiel Karins älterer Bruder Ren vor allem Stress, wobei er sich ausschließlich beim weiblichen Geschlecht bedient. Bei seinen Opfern nimmt er nicht nur Blut sondern auch viel Stress auf, so dass die Menschen für eine Zeit lang weitaus entspannter sind. Karins Vater hingegen bevorzugt Stolz und ihre Mutter Lügen, während Karins jüngere Schwester Anju noch von menschlicher Nahrung lebt und bei bewölktem Wetter zur Schule gehen kann. Erst in der Pubertät wird sie Blut zu sich nehmen und die normale Lichtallergie aller Vampire entwickeln. Geweihte Kreuze und fließendes Wasser haben überhaupt keine Wirkung und auch Knoblauch nur in soweit, dass Vampire einen sehr guten Geruchssinn haben und daher intensive Gerüche nicht wirklich mögen. Karin hingegen liebt Knoblauch... Die Familie lebt allerdings trotz allem sehr zurückgezogen, um keinen Argwohn zu erregen und möglicherweise verfolgt zu werden. Daher gibt es in Karins Familie das Gesetz, dass niemand erfahren darf, dass sie Vampire sind und in einem getarnten Schloss in der Mitte des Waldes leben.

Szenenbild Und Karin hat natürlich immer noch dieses Problem. Auch wenn Kenta ihr Nasenbluten als Geheimnis sehr gut akzeptiert hat, weiß er noch nicht, dass er es mit Vampiren zu tun hat. Und ob er dann noch schweigen würde? Doch Kenta hat mehr als genug eigene Probleme. Denn niemand weiß, dass er mit seiner vollkommen frustrierten Mutter zusammen lebt, die innerhalb kürzester Zeit jede neue Arbeit verliert, da ihre männlichen Arbeitgeber plötzlich ganz andere Dienstleistungen im Sinn haben. Daher ist er es gewohnt, sich um sich selbst zu kümmern, wobei das Geld häufig genug knapp ist, und er ohne Essen den Tag überstehen muss.

Doch dann beobachtet er, wie Karin eine Frau umarmt und sie beißt. Es ist niemand anderes als seine Mutter, die mal wieder ihren Job verloren hat. Und plötzlich ist diese wie ausgewechselt. Zwar hat sie immer noch keine Arbeit, aber sie ist glücklich und energiegeladen. So hat Kenta sie noch nie erlebt. Karins Bruder findet heraus, dass Karin offenbar von Trauer und Depressionen angezogen wird. Damit glaubt Karin auch eine Lösung für ihre Probleme mit Kenta gefunden zu haben. Wenn sie dafür sorgt, dass er sich glücklicher fühlt, wird sie von ihm nicht mehr so sehr angezogen und ihr Blutspiegel steigt nicht mehr so sehr an und sie hat weniger Nasenbluten. Und was könnte sie besseres tun, als ihm täglich ein Mittagessen (ein Bento) zu machen? Kenta ist ziemlich verwirrt. Er sieht Karin nicht als bedrohlich an und auch das Verhalten seiner Mutter ist eher irritierend. Er möchte Karin eher beschützen und wenn sie ihm dann auch noch etwas zu essen macht könnte er glücklich sein. Doch Karin macht sich Sorgen, dass er erkannt hat, dass sie ein Vampir ist und nun sein Gedächtnis löschen muss. Nicht zuletzt ist inzwischen auch Karins Familie auf diesen Jungen aufmerksam geworden.

Der neue Schüler Winner Sinclair Dass es da noch einiges an Verwicklungen geben wird ist klar. Nicht zuletzt taucht ab Episode 6 auch noch der neue Schüler Winner Sinclair auf, der glaubt, in Karin das Mädchen aus einem Traum wiedererkannt zu haben. Damit ist Kenta sein großer Konkurrent, auch wenn Karin nichts von Winner wissen will, ganz im Gegensatz zu den anderen Mädchen in ihrer Klasse. Zu allem Überfluss ist der Neue auch noch ein Vampirjäger, wenn auch ein ausgesprochen ahnungsloser, der noch nicht mal einen Vampir erkennt, wenn er vor ihm steht. Statt dessen bringt er es fertig, Kenta für einen Vampir zu halten, und er hat auch noch das Problem, dass er kein Blut sehen kann. Und im weiteren Verlauf taucht auch noch Karins gefürchtete Großmutter auf, die sich von Liebe ernährt und Karin ausgesprochen ähnlich sieht.

Die Zeichnungen sind eher einfach gehalten Die Zeichnungen und Animationen sind eher einfach gehalten, genauso wie der Soundtrack, der sich sogar in Bezug auf Prologic-Effekte sehr zurück hält. Zu allem Überfluß ist auch noch der englische Ton etwas übersteuert, wenn man Karins oder Kentas Gedanken hört. Davon abgesehen gibt es zum Glück keine größeren Fehler, aber auch keine größeren Extras. Was allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ist, ist, dass sowohl in den englischen Untertiteln, als auch in der Synchronfassung Karin und Kenta sich vor allem mit Nachnamen anreden, während die meisten anderen Charaktere die Vornamen verwenden.

Diese 24-teilige Mischung aus Comedy-Serie und Romanze mit einem sehr leichten Schuss Horror wird auf keinen Fall bei jedem offene Türen einrennen. Doch wer auf eine Mischung aus überdrehter Highschool-Romanze mit einer Nuance an Horror-Elementen und einem ganz netten Chara-Design steht, wird hier recht gut bedient werden.

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Karin

   
24-teilige TV-Serie auf 6 DVDs
Tonspuren: Englisch, Japanisch DD 2.0
Herausgeber: Geneon
Ländercode: 1
Listenpreis: $29.98 pro DVD
   

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