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Chr(o)no Crusade – Nonnen auf Dämonenjagd

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Autor: Karsten Schubert
Artikel erschienen in: FUNime Nr. 40, Seite 19, Dezember 2004


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Chrono Crusade Chrono Crusade (oder wie in Japan und im deutschen Manga Chrno Crusade) spielt im Jahr 1928 in New York. Hauptcharakter ist die junge Rosette, Nonne des Magdalena-Ordens, der sich auf die Dämonen-Austreibung spezialisiert hat. Doch das Ungewöhnliche ist ihr junger Partner Chrno (in den USA Chrono), der zwar aussieht wie ein Junge, aber in Wirklichkeit ein Dämon ist. Allerdings ein freundlicher, der sich vor allem um seine Partnerin Rosette sorgt...

Während bei Carlsen inzwischen der sechste von acht Manga erschienen ist, kamen in den USA auch schon die ersten beiden DVDs der 24-teiligen TV-Serie heraus. Da es sowieso fast jedem amerikanischen Händler oder Käufer in den Fingern jucken würde, diesen verdammten Schreibfehler zu korrigieren, hat ADV Films die Entscheidung getroffen, die ganze Serie sowohl beim Anime als auch beim Manga geringfügig in Chrono Crusade umzubenennen. Da es hier primär um die US-DVDs geht, werde ich im folgenden auch deren Schreibweise verwenden.

Chrono Crusade Zu Beginn ähneln sich dabei die Geschichten im wesentlichen. Zwar ist Rosettes erster Einsatz im Manga nicht vorhanden und auch sonst spielen sich einige Details ein wenig anders ab, doch abgesehen davon entsprechen die ersten vier Episoden dem ersten Manga, wobei jedoch einige Szenen aus dem zweiten Manga (mit Joshua) in die zweite Epsiode vorgezogen wurden.

Wie auch im Manga kann Chrono im Anime seine wahre Gestalt annehmen, wenn Rosette das Siegel freigibt. Dabei erhält er seine Energie jedoch aus der Lebensenergie seiner Partnerin. Jede Minute, die er aktiv im Kampf verbringt, verkürzt also Rosettes Lebenserwartung dramatisch. Und auch die kleine Azmaria, der Apostel der Hoffnung, kommt wie im Manga zu den beiden. Doch im weiteren Verlauf vergrößern sich die Unterschiede zusehends. So tritt zum Beispiel der Gegenspieler Aion im Anime erstmals in Folge 7 auf, in der der Magdalena-Orden nach einigen dramatischen Zwischenfällen den New Yorker Central Park mit einem neuen Siegel versehen muß.

Chrono Crusade Generell konzentriert sich der Anime stärker als der Manga auf die Hauptcharaktere, während Rollen wie Pater Remington stärker an den Rand gedrückt werden. Auch die Hintergründe vieler Monster werden wesentlich weniger gründlich beleuchtet. Doch derartige Unterschiede sind eigentlich immer zu erwarten, da zum Beispiel Actionszenen im Anime wesentlich mehr Zeit verschlingen als im Manga, wo man mehr oder minder von Schlüsselszene zu Schlüsselszene springt. Allerdings ist auch die Interaktion der Hauptcharaktere untereinander im Manga intensiver dargestellt, während im Anime auch diese ihre Charaktereigenschaften durchgehend beibehalten und nur der Zuschauer im Laufe der Zeit mehr über die Hintergründe der einzelnen Figuren erfährt. Dafür konnte man die Actionszenen und auch zahlreiche Comedyelemente wiederum erheblich besser auskosten als im Manga. Auch der Fanservice, der im Manga schon nicht zu kurz kam, wurde etwas verändert. So wurde zum Beispiel Rosettes Oberweite vergrößert, um sie zum geeigneten Opfer des bekannten Gainax-Bounce zu machen.

Chrono Crusade Die Zeichenqualität ist für eine TV-Serie recht ordentlich, wobei wie üblich vor allem zu Beginn wesentlich mehr Effekte und Details gezeichnet wurden als im späteren Verlauf. Die DVDs geben sich dabei keine Blöße; auf eine anamorphe Aufzeichnung wurde logischerweise verzichtet, da die Serie nur im 4:3 Format gezeichnet wurde. Auf der Seite des Tons gibt es eine Dolby Prologic unterstützte japanische Stereotonspur, die allerdings im direkten Vergleich leiser und ein wenig dumpfer abgemischt wurde als die englische Dolby Digital 5.1 Fassung, die mit einer etwas größeren Präzision und vor allem aktiveren Bässen aufwarten kann. Außerdem konnten bei der englischen Synchronfassung auch die Vorteile der hinteren Lautsprecher genutzt werden, während der normale Ton sich wie üblich vor allem auf die vordere Stereobühne konzentriert. Auch sonst kann die englische Synchronfassung mit dem japanischen Gegenstück mithalten, wobei man sich sogar bemüht hat, ein wenig Slang der damaligen Zeit in die Handlung einzubauen. Einen besonderen Knaller liefert allerdings die Sprecherin Tiffany Grant ab, als sie ab Episode 6 mit der Rolle der Satella Harvenheit ihre alte Darstellung von Asuka aus Neon Genesis Evangelion neu aufleben läßt und mit deutschem Akzent und Kampfrufen wie „Erlöschen“ in Aktion tritt.

An Extras bieten die DVDs eine Kommentarspur mit den englischen Synchronsprechern von Rosette (Hilary Haag) und Chrono (Greg Ayres) sowie dem englischen Synchronregisseur Matt Greenfield. Außerdem gibt es zwei so genannte Azmaria Specials, in denen sie zum Beispiel in die historischen Hintergründe der damaligen Zeit einführt oder in den Orden der Magdalene, der eher ungewöhnlich aufgebaut ist. Dazu gibt es noch ein paar Textseiten mit Hintergründen, Entwurfszeichnungen, sowie die originalen Opening-Sequenzen der TV-Serie, die sich deutlich vom Opening der DVD-Fassung unterscheiden.

Alles in allem zwar kein Überflieger, aber eine recht unterhaltsame Serie, die leider nicht wirklich mit der Handlung des Mangas mithalten, dafür aber in anderen Dingen Vorteile verzeichnen kann.

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Chrono Crusade

   
24-teilige TV-Serie
Laufzeit: 100 Minuten pro DVD
Vertrieb: ADV Films
Ländercode: 1
Listenpreis: $29.98 pro DVD
   

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