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| Autor: |
Gunnar |
| Artikel erschienen in: |
FUNime Nr. 36, Seite 30, Februar 2004 |
Während Sean Connery 1969 bei den Dreharbeiten als James Bond in seinem ersten Movie Dr. No jagen durfte, arbeitete man in Japan an einem Anime, in dem man einige Elemente eines künftigen Bonds vorwegnahm.
Auch hier unterhielt ein großindustrieller Bösewicht eine Geheimorganisation und ließ seine Untergebenen zur Rechenschaft in einem Saal antreten, den ein Versager nicht mehr lebend verließ. Denn unter dem Saal gab es ein Piranha-gefülltes Becken, in das man mittels eines Knopfdrucks blitzschnell den Sessel des Misserfolggeplagten abtauchen lassen konnte. Die Rede ist von Sora Tobu Yuurei Sen (Das fliegende Geisterschiff), einem Anime, der bisher außerhalb Japans recht unbekannt geblieben ist. Nun ist dieser Klassiker in Japan auf DVD erschienen – Zeit, ihn einmal näher vorzustellen.
Eine Familie unternimmt einen Ausflug mit dem Motorboot, als sie Zeuge wird, wie ein Auto an einer Küstenstraße verunglückt. Man begibt sich zum Unfallort und ist erstaunt, dort einen bekannten Großindustriellen nebst Frau in den Wagentrümmern zu finden. Beide können lebend geborgen und in ein nahes Haus gebracht werden, das einzige weit und breit, das zudem unbewohnt scheint. Doch der Ort ist nicht geheuer: Bevor die Polizei zur Untersuchung des Unfalls eintrifft, hat man eine Geisterbegegnung. Der Alltag geht normal weiter, da taucht ein alles zerstörender Riesenroboter in der Metropole auf. Auch die Familie wird betroffen: Die Mutter stirbt unter den Trümmern des Hauses, der Vater wird schwer verletzt. Auf dem Sterbebett erfährt sein Sohn, dass beide nicht seine wirklichen Eltern waren und dass es ein verstecktes Foto seiner richtigen Eltern gibt. Der Junge, unerwartet Vollwaise geworden, wendet sich in seiner Not an den Großindustriellen, den man gerettet hat. Nach einer freundlichen Aufnahme muss der Junge allmählich erkennen, dass der Mann ein Doppelleben führt und im Waffengeschäft verdient. Unter anderem an Riesenrobotern, wie derjenige, der seine Eltern umbrachte. Die Erkenntnis wird für ihn lebensgefährlich. Einzig ein mysteriöses Geisterschiff scheint es mit dem Waffenarsenal des Großindustriellen aufnehmen zu können. Als er auf ungewöhnliche Weise an Bord dieses Schiffes gerät, erlebt er eine große Überraschung...
Der mit knapp einer Stunde Laufzeit doch recht kurze Anime hat eine recht komplexe Handlung, weshalb es auch viel Dialog gibt. Dabei wird eher auf die psychologische Seite gesetzt; gute Action ist vorhanden, hält sich aber in Grenzen. Die Animation ist wie bei allen Anime-Kinofilmen sehr detailliert und in etlichen Szenen aufwendig. Bei der Herstellung des Films war MIYAZAKI Hayao für die Szenen mit dem Riesenroboter zuständig. Sein besonderer Zeichenstil bei Menschen kommt daher allerdings nicht zum Tragen. Stilistisch orientiert sich die Animation eher an TEZUKA Osamu, die Figuren wirken als comic-hafte Karikaturen, was der Geschichte aber keinerlei Abbruch tut.
Für das Auge gibt es auch die obligatorische Schöne vom Dienst. Die hat ihren Auftritt aber erst in den letzten fünfzehn Minuten.
Wer die alten Klassiker schätzt, bekommt mit diesem Film eine solide erzählte Geschichte, ein schönes altes Stück aus der Anfangszeit der japanischen Anime.
Szenenbilder
Sora Tobu Yuurei Sen
(Das fliegende Geisterschiff)
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| Toei Animation 1969 |
| Laufzeit: |
60 min |
| Sprache: |
Japanisch |
| Untertitel: |
keine |
| Extras: |
2 Trailer, Bildergalerie, BGM-Audiospur |
| DVD-EAN: |
T4988101103874 |
| DVD-Code: |
DSTD02173 bzw. DSTD-2173 |
| Ländercode: |
2 (Europa und Japan) |
| Listenpreis: |
¥4.500 (ca. EUR 33,50 / Stand 2004) |
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