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BPjS, FSK-Freigabe, Indizierung?

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Indizierung, Zensur, Verbot. Diese Begriffe geistern immer wieder diffus durch den Raum, wenn es um vermeindliche Pornographie oder Gewaltverherrlichung geht.

Wir wollen hier einige Begriffe erklären, die in diesem Zusammenhang immer wieder fallen, und über die die merkwürdigsten Vorstellungen existieren.


BPjS: Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften ist eine selbständige Bundesoberbehörde mit eigenem Haushalt. Sie ist dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zugeordnet. Die Mitglieder der Bundesprüfstelle sind nicht an Weisungen gebunden.

Aufgabe der BPjS ist u.a., jugendgefährdende Medien auf Antrag von Jugendministern und -ämtern strafbewehrten Verboten zu unterwerfen, damit sie nur noch Erwachsenen, nicht aber Kindern zugänglich sind.

  • Die Bundesprüfstelle darf keine Schnittauflagen bei Filmen verfügen, denn dies würde dazu führen, daß Erwachsene keinen Zugang zu diesen Szenen haben.
  • Die Entscheidung, ob eine Schrift oder ein der Schrift gleichgesetztes Medium auf die Liste jugendgefährdender Medien kommt, wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.
  • Wichtig: Die Bundesprüfstelle wird niemals aus eigenem Antrieb oder aus Antrieb von Privatpersonen tätig!


FSF: Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, den Jugendschutz im Fernsehen zu verbessern und einen bewußteren Umgang mit dem Medium zu fördern. Mitglieder sind die privaten Fernsehanbieter Deutschlands. Im Bereich der Programmprüfung begutachtet die FSF Fernsehprogramme vor ihrer Ausstrahlung und legt Sendezeiten fest. Die Begutachtung erfolgt mittels eines Regelkataloges. Die Mitgliedssender haben sich verpflichtet, die Empfehlungen der FSF bei ihrer Programmgestaltung zu berücksichtigen. Um es eindeutig zu sagen: Die BPjS ist nicht für Fernsehsendungen zuständig. Das Ausstrahlen von Fernsehfilmen regelt der Rundfunkstaatsvertrag.


FSK: Freiwillige Selbstkontrolle Filmwirtschaft. Sie entscheidet über die Altersfreigaben für Kinder und Jugendliche. Die Fernsehsender haben als Gegeninstitution die FSF gegründet, die Spieleindustrie die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Filme, die weniger als ein FSK 18 erhalten haben, können nicht der BPjS vorgelegt werden. Filme ohne Altersfreigabe werden wie FSK 18 Filme behandelt, über die die BPjS auf Antrag entscheiden kann.


Indizierung: Eine Indizierung bedeutet, der Film, die Schrift oder ein vergleichbares Medium wird in die Liste jugendgefährdender Medien aufgenommen. Damit sind für das Produkt gravierende Hemmnisse aufgetürmt worden. Es darf weder beworben werden, noch darf es Personen unter 18 Jahren zugänglich gemacht werden. Ein Verstoß kann mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden. Eine Indizierung ist kein Verbot. Erwachsene haben das Recht, sich ein indiziertes Produkt zu beschaffen. Eine Teilindizierung z. B. von einzelnen Seiten einer Zeitschrift mit dem Ziel, sie herauszutrennen, um die übrige Zeitschrift weiter zu vertreiben, hat das Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich untersagt.

Ron

   

   
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