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Hiroshima mon amour

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Drama, Frankreich/Japan 1959, 86 min, FSK 16

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Inhalt:

Eineinhalb Jahrzehnte nach dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima: Eine Französin verliebt sich in in einen Japaner. Durch die Affäre wird sie an ihre Liebe zu einem Deutschen während des Zweiten Weltkriegs erinnert...

Alain Resnais inszenierte mit seinem ungewöhnlichen Kino-Debüt die Geschichte einer unmöglichen Liebe nach Marguerite Duras. Der Film beginnt mit Bildern von sich umarmenden Menschen. Auf der in Großaufnahme abgebildeten Haut sieht man bald Wasser-, bald Sandperlen: die menschliche Haut als Wüstenlandschaft. Eine sehr persönliche, poesievolle Auseinandersetzung mit dem Grauen, mit der Gewalt, mit dem Tod. Ungewöhnlich ist die Balance von Worten, Bildern, Musik, wie sich Vergangenheit und Gegenwart mischen und zu einem neuen Zeitbegriff werden. (Text: Tele 5)

Alternativer Text:

Eine französische Filmschauspielerin ist zu Dreharbeiten für einen Antikriegsfilm nach Hiroshima gekommen. Kurz vor ihrer Abreise verliebt sie sich in einen japanischen Architekten. Die leidenschaftliche Liebesnacht mit ihm weckt in ihr die Erinnerung an ihre erste Liebe, einen deutschen Soldaten, der am Tag der Befreiung vor ihren Augen erschossen wurde. (Text: arte)

Ausführlicherer Text:

Hiroshima 1957: Zwei Menschen umschlingen sich, streicheln ihre nackte, unversehrte Haut - in dieser Stadt, deren entsetzliche Vergangenheit überall und zu jeder Minute gegenwärtig ist. Eine französische Filmschauspielerin und ein japanischer Architekt erleben eine leidenschaftliche Liebesnacht miteinander. Der nackte Körper des japanischen Geliebten ruft in der Frau die Erinnerung an die erste Liebe ihres Lebens wach. Er war deutscher Besatzungssoldat in ihrem Heimatort und wurde am Tag der Befreiung vor ihren Augen erschossen. Sie selbst wurde zum Zeichen der Schande kahl geschoren, von ihren Eltern im Keller versteckt und dann heimlich nach Paris gebracht. Sie erzählt dem Japaner davon. Auch ihre gegenwärtige Liebe scheint keine Zukunft zu haben. Beide sind verheiratet, und in 24 Stunden geht das Flugzeug der Frau zurück nach Paris. Doch ihr japanischer Geliebter möchte sie nicht so einfach aufgeben. Ihnen bleiben 24 Stunden, um sich in den Straßen Hiroshimas zu verlieren und wieder zu finden, um die Möglichkeit der Liebe ins Auge zu fassen und wieder zu verwerfen. Gegenwart und Vergangenheit, persönliche Geschichte und die Geschichte der Orte vermischen sich. Die Französin weiß, dass man vergessen muss, um überleben zu können. Und sie befürchtet, dass auch diese, jetzt so gegenwärtige Liebe bald verblassen wird.

Der Film gilt als Meisterwerk der Nouvelle vague und ist zugleich der erste Spielfilm von Alain Resnais. Mit dem Drehbuch beauftragte er die Schriftstellerin Marguerite Duras (Der Liebhaber). Auch für sie war es eine Premiere. Die Verfilmung, die ihr 1961 eine Oscar-Nominierung einbrachte, verhalf ihr zu Weltruhm und etablierte sie auch als Drehbuchautorin. Resnais und Duras, beide Vertreter einer untergründigen, komplexen Erzählweise, arbeiteten während der Entwicklung des Buches eng zusammen. Der Regisseur ermutigte die Duras, literarisch zu schreiben. So entstand ein ungewöhnlicher, poetischer Liebesfilm, dessen Thema das Erinnern und das Vergessen ist. Er lässt die Liebenden in die Vergangenheit eintauchen und verschränkt so Gegenwart und Vergangenheit, Krieg und Frieden, Frankreich und Japan, nationale und persönliche Traumata.

Hiroshima, mon amour wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1960 mit dem „New York Film Critics Circle Award“ für den besten ausländischen Film. Die eindrucksvolle Filmmusik wurde von Giovanni Fusco komponiert, der noch einmal bei Der Krieg ist vorbei (1966) mit Resnais zusammenarbeitete und unter anderem mehrmals für Michelangelo Antonioni Filmmusiken schuf. (Text: arte)

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Film-Daten

   
Titel: Hiroshima mon amour
Originaltitel: Nijushi – Jikan ni Joji
   
  Drama, Frankreich/Japan 1959, 86 min, FSK 16
   
Regie: Alain Resnais
Buch: Marguerite Duras
Kamera: Sacha Vierny, Takahashi Michio
Musik: Giovanni Fusco, Georges Delerue
Schnitt: Jasmine Chasney, Henri Colpi, Anne Sarraute
Produktion: Argos Films
Produzent: Samy Halfon, Sacha Kamenka, Anatole Dauman, Shirakaira Takeo
Darsteller: Emanuelle Riva (Sie) , Eiji Okada (Er), Stella Dassas (Mutter), Pierre Barbaud (Vater), Bernard Fresson (deutscher Liebhaber)
   
Sendedaten: Dienstag, 13.01.1998, 23:55 - 01:30, VOX
  Sonntag, 06.08.2000, 23:10 - 00:35, Schweiz 1
  Samstag, 21.07.2001, 02:05 - 03:30, Schweiz 2
  Donnerstag, 18.11.2004, 22:05 - 23:30, arte
  Mittwoch, 24.11.2004, 01:30 - 03:00, arte
  Montag, 27.03.2006, 22:00 - 23:45, Tele 5

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